BurkanaEin Stück Borkum...



  • Borkum macht nicht nur im Sommer richtig Spaß...
    Borkum macht nicht nur im Sommer richtig Spaß...

    Tschüss Winterblues!

    Borkum im Winter – kein Platz für Trübsal und Langeweile

    Das Aufstehen fällt schwer, man ist müde, lustlos und schlapp – und schlechte Laune, Gereiztheit sowie Trübsal sind oftmals ständige Begleiter. Viele Menschen leiden derzeit unter dem sogenannten Winterblues, der in erster Linie auf mangelndes Tageslicht zurückzuführen ist, welches den Hormonhaushalt teilweise gehörig durcheinanderbringt. So schüttet der Körper weit weniger Glückshormone aus – und produziert stattdessen verstärkt das Schlafhormon Melatonin, das wiederum für die typischen Symptome des Winterblues sorgt. 

    Aber keine Sorge! Hierbei handelt es sich um keine schwerwiegende Depression, die sofort von einem Arzt behandelt werden sollte! Vielmehr bedarf es zur Linderung ganz einfacher Mittel wie frische Luft, Abwechslung, Gesellschaft, bunte Feste, gute Ernährung – und selbstverständlich auch ein wenig Entspannung und Ruhe. Und wo könnte man diese ‚Mittel’ wohl am allerbesten genießen? Richtig – auf der Nord-
    seeinsel Borkum! In der folgenden Titelgeschichte beschäftigen wir uns einmal näher mit dem Phänomen Winterblues – und erklären, wieso dieser auf der größten ostfriesischen Insel einen eher schweren Stand hat.

    Denn wer glaubt, Borkum ist doch eigentlich nur im Sommer bzw. während der Hauptsaison eine Reise wert, der irrt sich! Der schönste Sandhaufen der Welt hat natürlich noch viel mehr zu bieten als Strandurlaub, Beachvolleyball, Wassersport und Promenadenfete. Auch im Winter lädt die Insel nämlich zu einem unvergesslichen Aufenthalt ein, der jegliche Auswirkungen des Winterblues garantiert schnell im Keim erstickt.

    Bewegung an der frischen Luft 

    Bei klirrender Kälte – in der einzig noch Eisblumen am Fenster wachsen – verbringen viele von uns die Zeit am liebsten in der warmen Stube. Doch gerade jetzt kann es nicht schaden, sich einen Ruck zu geben, warme Winterkleidung überzuziehen und sich auf einen ausgedehnten Spaziergang zu begeben. Denn ein solcher ist nicht nur sehr gesund, sondern macht zudem den Kopf frei und vertreibt in den meisten Fällen auch jegliche Form von Trübsal. Verantwortlich für diese positive Wirkung ist das Tageslicht, das bis zu vier Mal stärker ist als die Zimmerbeleuchtung – und so nicht zuletzt auch die Produktion von Glückshormonen anregt. Verbringen Sie demnach täglich mindestens eine halbe Stunde an der frischen Luft, werden Sie schnell merken, wie Ihr Kreislauf angeregt wird und die Stimmung steigt.

    Auf Borkum gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich in der frischen Nordseeluft zu bewegen – und gleichzeitig das gesunde Hochseeklima und die pollenarme Luft auf sich wirken zu lassen. Besonders zu empfehlen sind dabei ausgedehnte Spaziergänge an den kilometerweiten Stränden, die im Winter wunderbar ursprünglich anmuten. Zum einen reizen der starke Wind und die salzhaltige Luft dabei unser Immunsystem und regen die Abwehrkräfte an. Zum anderen dringen mit jedem Atemzug sogenannte Aerosole in die Lungen ein, welche die Schleimhäute befeuchten und durchbluten. Demnach sorgt das Zusammenspiel von Licht, Bewegung und Seeluft nicht nur dafür, dass sich unsere Stimmung hebt, sondern bewahrt uns auch stärker vor einer langwierigen Wintererkältung.

    Gemütlich einkehren  

    Nach dem entsprechenden Spaziergang empfiehlt es sich, zum Aufwärmen zunächst in eines der zahlreichen – auch im Winter geöffneten – Cafés einzukehren. Wahre Glücksgefühle erhält man hier beispielsweise in Form von leckeren Torten, heißem Sanddorngrog oder dem traditionellen Tee, der bereits seit einigen Jahren zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO zählt. 

    Besonders originell wird Interessierten die ostfriesische Teekultur im Toornhuus direkt neben dem Alten Leuchtturm vermittelt. Jeden Mittwoch ab 14:30 Uhr lädt Türmer Gottfried Sauer hier zur traditionellen Teezeremonie, in der er innerhalb von rund 2 ½ Stunden u.a. die richtige Zubereitung der ostfriesischen Spezialität verrät und dazu spannende Geschichten über die facettenreiche Historie Borkums erzählt.

    Übrigens: Wer die ostfriesische Teekultur – und somit auch ein Stück Borkum – mit nach Hause nehmen möchte, findet auf der Insel zahlreiche Fachgeschäfte. Ob im Tee-Paradies Ebner in der Strandstraße, in Tanjas Teeladen in der Franz-Habich-Straße oder in Oma’s Borkumer Teestübchen im Bahnhofspfad – hier wartet eine große Auswahl an allen Teesorten, die wirklich keine Wünsche offen lässt.

    Auch mal sündigen…  

    Um dem Auftreten von Winterblues entgegenzuwirken, empfehlen Gesundheitsexperten zudem eine gesunde Ernährung – wobei vor allem Obstsorten wie z.B. Ananas, Bananen oder Weintrauben angepriesen werden. Doch auch die Seele sollte dabei nicht zu kurz kommen – und beizeiten kulinarisch verwöhnt werden! Gönnen Sie sich demnach ruhig mal ein leckeres Stück Schokolade oder Ihr Lieblingsgericht in einem der vielen Borkumer Restaurants und lassen Sie es sich – Sünde hin oder her – so richtig schmecken! Unbedingt probieren sollten Sie dabei z.B. das typische ostfriesische Wintergericht Snirtje-Braten, das u.a. mit Rotkohl und Salzkartoffeln serviert wird. Gerade letztere helfen aufgrund ihres hohen Vitamin B-Gehalts im Übrigen auch gegen Konzentrationsschwäche und Reizbarkeit, sodass Sie mit dem Verzehr dieses Leckerbissens gleich wieder etwas gegen den Winterblues tun. 

    Darüber hinaus gilt neben Grünkohl und Vollkorn auch Fisch als wirkungsvolles Mittel gegen die Ausbreitung von Winterverstimmungen. Wer also keine Lust auf Obst, Gemüse oder Schweinebraten hat, bestellt sich einfach eines der facettenreichen Fischgerichte – und schon ist auch er besser gegen schlechte Laune gewappnet.

    Zeit der Feste 

    Einer der Hauptgründe für das Einschleichen von Winterblues ist mangelnde Gesellschaft. So neigen viele Betroffene dazu, sich in der kalten Jahreszeit vermehrt in ihre eigenen vier Wände zurückzuziehen und weniger unter Leute zu gehen. Zwar gibt es natürlich auch auf Borkum Wintertage, an denen man lieber auf der Couch liegen bleibt – jedoch laden hier zugleich auch zahlreiche Feste dazu ein, Spaß zu haben, Freunde zu treffen und gar nicht erst auf trübe Gedanken zu kommen.
    Ob der Nikolausmarkt des Lions Club, der Lüttje Markt (27. – 31. Dezember – ab 11 Uhr auf dem Bouleplatz), die Internationale Borkumer Blues Night (29. Dezember – ab 20 Uhr in der Kulturinsel), das traditionelle  Olljahrssingen (am 31. Dezember – um 18 Uhr an der Grundschule Borkum) oder die Silvesterfeier mit Höhenfeuerwerk (am 31. Dezember – ab 21 Uhr auf der Promenade am Nordbad) – während der Vorweihnachtszeit und zwischen den Jahren finden viele bunte Events statt, die lustiges Beisammensein garantieren (nähere Beschreibungen zu den einzelnen Events finden Sie bei unseren Veranstaltungstipps auf den Seiten 50 + 51).

    Für die Sportlichen 

    Neben den eingangs erwähnten Spaziergängen an der frischen Nordseeluft hilft selbstverständlich auch Sport gegen jegliche Art von Verstimmungen. Zwar sollte man in der kalten Jahreszeit vom Surfen, Kiten und Beachvolleyball absehen – Joggen, Nordic Walking, kleine Fahrradtouren oder Schwimmen und Fitness im Gezeitenland sind aber allemal möglich. Zum Abschluss des Jahres wird auf Borkum darüber hinaus der alljährliche Silvesterlauf veranstaltet, an dem jeder teilnehmen kann, der sich die lockeren Laufstrecken von 5 bis 10 Kilometern zutraut. Für ganz Mutige – und für solche, die ihren Silvester-Kater abrupt wieder loswerden wollen – findet am 1. Januar um 14 Uhr vor der Wandelhalle am Nordbad zudem das Neujahrsbaden der DLRG statt. Aber Vorsicht! DAS ist wirklich nur etwas für ganz Hartgesottene! 

    Ostfriesischer Volkssport 

    Als besonders traditioneller Wintersport gilt auf Borkum – wie auch in ganz Ostfriesland – das Boßeln. Nicht ohne Grund besagt ein Sprichwort, dass der Ostfriese zuerst das Laufen und dann direkt im Anschluss das Boßeln lernte. Beim traditionellen ostfriesischen Volkssport werden zwei Mannschaften gebildet, die abwechselnd – ähnlich wie beim Kegeln – eine Holzkugel vor sich herwerfen und versuchen, eine zuvor festgelegte Strecke mit den wenigsten Würfen zu bewältigen. Damit den Spielern dabei nicht kalt wird, nehmen sie während des „Wettkampfes“ den einen oder anderen Rum mit Bunkje oder andere alkoholische Getränke zu sich, sodass sich das Boßeln traditionell zu einem feucht-fröhlichen Ereignis entwickelt. Wer also in diesen Tagen mit dem Auto über die Insel fährt, sollte sich nicht wundern, wenn er großen, gut gelaunten Menschengruppen mit Bollerwagen und rollenden Holzkugeln ausweichen muss. Übrigens wird nicht nur in Ostfriesland geboßelt. Auch in der Hauptstadt Berlin finden sich mittlerweile Exil-Ostfriesen zusammen, um auf einem stillgelegten Flughafen zu boßeln und gemeinsam Spaß zu haben. Mehr dazu lesen Sie in der kommenden Osterausgabe des BURKANA-Magazins.
     

    Ruhe kehrt ein 

    Im Anschluss an die Weihnachts- und Neujahrszeit kehrt auf dem schönsten Sandhaufen der Welt vorerst wieder etwas Ruhe ein. Die großen Touristenströme sind abgeebbt, sodass auch die Borkumer Gastgeber nun ein wenig durchpusten können. Das soll aber nicht bedeuten, dass diese derzeit faul die Beine hochlegen. Neben der Aufrechterhaltung der natürlich weiterlaufenden Betriebe in z.B. Supermärkten, Kliniken, Praxen, Hotels sowie den noch geöffneten Restaurants und Bars gilt es nämlich, die Insel für die nächste Saison herauszuputzen. So müssen z.B. wichtige – während des saisonalen Baustopps untersagte – Bauarbeiten durchgeführt, Ferienwohnungen grundgereinigt, Strandzelte- sowie Strandkörbe wieder fit gemacht werden und vieles, vieles mehr. Zeit zum Entspannen gibt es also kaum – was glücklicherweise aber auch dem Winterblues keinerlei Spielraum lässt.

    In diesem Sinne wünscht BURKANA allen Insulanern und Gästen einen wunderbaren Winter voller Entspannung, Bewegung, netter Gesellschaft und guter Laune!

    ürde man die Ausbauziele hingegen wieder nach oben ausrichten, könnten wiederum 8.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Konkret fordern Branchen- und Wirtschaftsvertreter dabei, dass das Ausbauziel für das Jahr 2030 von 15 auf 20 Gigawatt und bis 2035 sogar auf 30 Gigawatt heraufgesetzt werden müsse. [Zur Erklärung: Die Gigawatt-Zahl spiegelt die Gesamtleitung aller Offshore-Windkraftanlagen wider – umso höher diese also ist, desto mehr Anlagen existieren. Zum Vergleich: Borkum Riffgrund 1 + 2 haben eine Gesamtleistung von 760 Megawatt  (1 Gigawatt = 1.000 Megawatt).]

    Ein Anfang September vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einberufenes Gipfeltreffen, auf dem sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit Vertretern aus der Branche, den Ländern und Bürgerinitiativen über das Problem austauschte, ging übrigens ohne konkrete Lösungen und Ergebnisse zu Ende.

    Wie geht es weiter? 

    Die Ausbremsung der Ausbauziele bedeutet aber nicht, dass keine Windparks mehr in der Nord- und Ostsee entstehen sollen. Im Gegenteil sind noch viele weitere in Planung, wie allein schon der aktuelle Flächenentwicklungsplan des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die Nordsee verdeutlicht. Hier sind zahlreiche große Gebiete und Flächen im Meer eingezeichnet, die alle noch in den kommenden Jahren erschlossen und mit effizienten Windparks versehen werden sollen. Denn nach wie vor leistet die Offshore-Windkraft einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende – und ist ein wichtiges Puzzlestück für das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 rund 65 Prozent des benötigten Stroms aus Erneuerbaren zu gewinnen.

    Was sagt eigentlich die Natur dazu?  

    Auch die Natur hat während der ersten Ausbauphase der Offshore-Windparks nicht so gelitten, wie anfangs befürchtet. So haben sich um die Offshore-Parks sogar neue Meerestiere angesiedelt bzw. sind zurückgekommen (z.B. Hummer und Europäische Auster). Und nicht nur das: Teilweise haben sich die Gebiete, in denen die Windkraftanlagen errichtet wurden, sogar zu geschützten Biotopen für Meerestiere entwickelt. Besonders Fische fühlen sich hier wohl, da strengstes Fischereiverbot herrscht. Auch Schweinswale oder Robben halten sich gerne in der Nähe der Parks auf, da sie an den Fundamenten der Anlagen tonnenweise Muscheln und andere Nahrung finden. Problematisch sind einzig die Vogelrouten, die nicht selten direkt durch die Windparks führen, sodass Vögel leicht in den Windkraftanlagen umkommen können. Um jedoch auch diese Gefahr einzugrenzen, plädieren Experten dafür, auf einige große anstatt viele kleine Windparks zu setzen und bereits bestehende Parks zu erweitern, bevor neue erschlossen werden.

    Und auch für unvermeidbare Eingriffe in die geschützte Natur wird ein Ausgleich geschaffen: So verpflichteten sich Netzbetreiber wie TenneT – die für den Transport des Offshore-Stroms Leitungen durchs das Weltnaturerbe Wattenmeer legen mussten – zu umfassenden Kompensations- bzw. sogenannten Renaturierungsmaßnahmen. 

    In diesem Rahmen wurde beispielsweise auf Borkum bisher u.a. ein neuer Steg durch die Ronde Plate finanziert, alte Fahrwegreste am Südstrand entfernt sowie eine Plattform abgebaut, die im Wattenmeer unweit des Borkumer Hafens stand.

    Verantwortung gerecht werden 

    Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Pro-Argumente für die Offshore-Windparks dieses Mal klar überwiegen. Und sollte nun noch das sogenannte Trassenproblem komplett gelöst werden – d.h. die Möglichkeit auf Nord- und Ostsee erzeugten grünen Strom auch in den Süden Deutschlands transportieren zu können – dann wird der erfolgreichen Energiewende vermutlich nichts mehr entgegenstehen. 

    Auch unser Stromverbrauch hätte dann keinerlei faden Beigeschmack mehr, sodass wir unserer Verantwortung gegenüber dem Klima sowie kommenden Generationen endlich gerecht werden.