BurkanaEin Stück Borkum...



  • Quelle Martin Elsen
    Borkum die Insel der Superlative

    Borkum die Insel der Superlative

    Ob subjektiv oder objektiv...

    Liest, hört oder sieht man Nachrichten über die Nordseeinsel Borkum, so begegnen uns oftmals Begriffe wie z.B. größte, schönste, erste, einzige oder fotogenste. Und tatsächlich ist das nicht übertrieben! Denn Borkum ist zweifelsohne eine Insel der Superlative – was wir in unserer aktuellen Titelgeschichte einmal dick unterstreichen möchten.

    Der schönste Sandhaufen der Welt
    Beginnen wir dabei zunächst mit der liebevollen Bezeichnung „der schönste Sandhaufen der Welt“. Klar, dieser „Kosename“ beruht zwar rein auf einer subjektiven Einschätzung und es gibt sicherlich nur ein paar wenige, für die ein anderes Eiland noch schöner ist. Jedoch werden sicherlich die meisten, die diese Zeilen jetzt lesen, genauso empfinden. So besticht die Insel nämlich nicht nur mit einer facettenreichen Flora & Fauna, einer wunderbaren Strand- und Dünenlandschaft sowie einer zu coronafreien Zeiten florierenden bunten Gastronomielandschaft, sondern ist auch ein hervorragender Ort zum Leben und Urlauben. Denn wer wohnt schon nicht gerne dort, wo andere Ferien machen, während letztere hier die angenehmste Zeit im Jahr verbringen. Aus der subjektiven Empfindung wird so eine objektive Einschätzung, die von über 5.000 Borkumerinnen und Borkumern sowie unter normalen Umständen jährlich mehr als 300.000 Gästen geteilt wird. Jüngst bestätigte sogar eine Umfrage des größten Online-Reisemagazins in Deutschland TRAVELBOOK, dass Borkum die schönste Insel Deutschlands ist!

    Unwiderlegbare  Fakten
    Doch um an dieser Stelle Subjektivität und Objektivität einmal hinter uns zu lassen, konzentrieren wir uns im Folgenden auf unwiderlegbare Fakten. Zuallererst ist Borkum mit rund 31 Quadratkilometern die größte und westlichste der Ostfriesischen Inseln. Aufgrund ihrer Lage – 41 Kilometer Luftlinie von Emden sowie 17 Kilometer Luftlinie vom Eemshaven entfernt – ist sie zudem die einzige Insel an der ostfriesischen Küste im Hochseeklima. Dieses sorgt für eine pollenarme sowie jodhaltige Seeluft, die das Immunsystem und die Gesundheit nachhaltig stärken und Borkum zu einem der hervorragend-
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    Gesundheitsstandorte in Deutschland machen. Kein Wunder daher, dass das Magazin Focus-Gesundheit Borkum zu einem der Top-Kurorte in Deutschland erklärt.

    Ob Radfahren, Laufen, Nordic Walking, Reiten, Wasser- und Strandsport oder einfach Strandspaziergänge an der Wasserkante entlang – jede Form der Bewegung ist hier folglich ein Genuss für Körper und Seele und wirkt sich garantiert positiv auf das Wohlbefinden aus. Besonders Allergiker können hier u.a. aufgrund der pollenarmen und aerosolhaltigen Luft endlich mal unbeschwert durchatmen, weshalb Borkum bereits im Jahr 2013 von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) als erste allergikerfreundliche Insel Europas zertifiziert wurde.

    Strand & mehr
    Apropos Strandspaziergänge: Auch hierzu bietet Borkum mehr als die ostfriesischen Nachbarn. So verfügt die Insel unserer Träume mit insgesamt 26 Kilometern zusammenhängendem Sandstrand über den im Vergleich größten seiner Art und bietet somit abwechslungsreiche Möglichkeiten, sich in direkter Wassernähe zu bewegen und dabei die beim Brechen der Wellen freigesetzten Aerosole ganz tief einzuatmen. Strandbesucher können dabei frei zwischen Jugendbad, FKK-Strand, Nordbad und Südstrand wählen oder in Richtung Hoge Hörn spazieren, wo sich die ursprüngliche Insellandschaft auf herrliche Weise offenbart. Übrigens: Der Borkumer Südstrand wurde im Jahr 2020 im Rahmen einer ADAC-Umfrage als einer der neun schönsten Strände Deutschlands ermittelt. Demnach gilt dieser als besonders idyllisch und familienfreundlich und wird sicher von der DLRG bewacht.

    Außerdem verfügt die Insel durch den Anfang Mai eingeweihten Loopdeelenweg Dünenkamm Ronde Plate neuerdings über den größten Rundweg auf den Ostfriesischen Inseln. Dieser ermöglicht es, Tourismus und Natur besser in Einklang zu bringen und einen Ausflug vom Südstrand aus über den Schwarzen Deich bis hin zur Greunen Stee zu unternehmen, ohne das hiesige Flora-Fauna-Habitat- und Vogelschutzgebiet zu beeinträchtigen oder Vögel beim Brüten zu stören. Diese und andere hervorragende Rad- und Wanderwege (insgesamt rund 130 Kilometer ausgebaut) machen Borkum zu einem wahren Paradies für Spaziergänger und Radfahrer, welche die einmalige Inselnatur so hautnah erleben können, ohne der Umwelt die geringsten Schäden zuzufügen.

    Nach einem Strandspaziergang oder Ausflug empfehlen wir an dieser Stelle, in eines der Cafés, Restaurants oder Bars an der Strandpromenade in Höhe des Nordstrands und Musikpavillons einzukehren bzw. auf den zahlreichen Außenplätzen zu verweilen. Denn dann erleben Sie gleich den nächsten Superlativ – eine der prächtigsten Promenaden an der gesamten Nordseeküste. Ganz nebenbei lassen sich von hier aus die wohl malerischsten Sonnenuntergänge beobachten, die man garantiert so schnell nicht mehr vergisst. Nicht ohne Grund zählen Bilder von unserem Lieblingseiland laut einer aktuellen Auswertung des Online-Reiseportals Travelcircus zu den beliebtesten Fotomotiven auf dem Bildernetzwerk Instagram – womit Borkum zu den fotogensten Kleinstadtinseln Deutschlands gehört.

    Insel der Türme
    Aber nicht nur das: Mit dem „Olde Baas“, dem Neuen Leuchtturm, dem Elektrischen Leuchtturm, dem Wasserturm sowie den „Türmen“ der evangelisch-reformierten, evangelisch-lutherischen und katholischen Kirche ist Borkum auch als die deutsche Insel mit den meisten Türmen bekannt – zu denen letztendlich auch die Kaaps, die Fischerbalje und der „Leuchtturm“ auf dem im Schutzhafen liegenden Feuerschiff BORKUMRIFF gezählt werden können. 

    Energie & Wasser
    Herausragend ist im Übrigen auch die Arbeit der hiesigen Stadtwerke. Dank des unermüdlichen Einsatzes des kommunalen Versorgers hat sich Borkum im Laufe der Jahre zu einer echten Kompetenzinsel für regenerative Energien entwickelt. So werden heute hier nicht nur jährlich über 14 Millionen kWh grüner Strom u.a. durch zwei leistungsstarke Windkraftanlagen am Hafen, einen Solarpark sowie zahlreiche Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäuden und Privathäusern produziert, sondern auch regelmäßig bahnbrechende Projekte zur Erprobung innovativer Energietechniken umgesetzt. Unter anderem für dieses Engagement auf dem Weg zur „Emissionslosen Insel 2030“ erhielt die Stadt im September 2020 den prestigeträchtigen Zukunftspreis im Rahmen des Wettbewerbs „Klima kommunal“, der alle zwei Jahre vom niedersächsischen Umweltministerium sowie den niedersächsischen kommunalen Spitzenverbänden ausgerichtet wird.

    Nicht zuletzt kümmern sich die Stadtwerke auch darum, dass sowohl in den Wintermonaten als auch in der Hauptsaison, wenn ca. 30.000 Menschen auf der Insel verweilen, genügend Trinkwasser bereitgestellt wird. Hierbei kann der Versorger auf die unter der Insel liegende Süßwasserlinse zählen, in der immer genügend Regenwasser gespeichert ist, das zuvor durch das Versickern im feinen Sand der Dünen auf natürliche Art vorgereinigt wird. Über mehr als 40 Brunnen wird das Wasser schließlich aus den beiden Trinkwassergewinnungsgebieten in der Waterdelle und im Ostland zu den Wasserwerken in der Hindenburgstraße und im Ostland gepumpt, wo es dann zunächst aufbereitet – d.h. Sauerstoff zugesetzt – wird. Durch diese Sauerstoffzufuhr werden sogenannte Eisenmanganbestände gebunden und ausgefällt, bevor das Wasser über große Kiesfilter gefiltert wird. Anschließend hält man das Wasser in Reinwasserspeichern vor, bevor es schließlich über Leitungen zum Kunden transportiert wird – und hier als hochqualitatives Trinkwasser aus dem Hahn fließt. Das Lebensmittel Nummer 1 entstammt folglich zu 100 Prozent aus gesäubertem Regenwasser und wird nicht mit Chemikalien wie z.B. Chlor behandelt. Zudem wird kein in der Kläranlage gesäubertes Wasser hinzugefügt, sodass das blaue Nass hier um ein Vielfaches über den europäischen Mindestanforderungen der Trinkwasserverordnungen liegt. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass der Tee hier am besten schmeckt – und man jederzeit bedenkenlos Wasser aus der Leitung trinken kann.

    Borkumer Erfindungen
    Und noch etwas zeichnet Borkum aus, das in dieser Titelgeschichte erwähnt werden muss. So gilt die Insel nämlich auch als eine Art Trendsetter, was die Schaffung „touristischer Attraktionen“ angeht. Folglich gelten z.B. die typischen kunterbunten Strandzelte insgeheim als Borkumer Erfindung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts lösten diese die bis dahin von der feinen Gesellschaft genutzten klassischen Strandkörbe ab und gehörten schon bald zum gewohnten Bild an den Borkumer Stränden. Zwar ist das kunterbunte Meer an Strandzelten mittlerweile wieder den zunehmenden bequemen Strandkörben gewichen – dennoch gibt es noch heute zahlreiche Gäste, die sich während ihres Urlaubs explizit ein Standzelt mieten, um die alte Tradition aufrechtzuerhalten. 

    Zudem gibt es zahlreiche Butenbörkumer und Borkumfans, die sich ein solches in ihrem heimischen Garten aufstellen – selbst eine vor einigen Jahren ins ferne Singapur ziehende Familie wollte auf dieses echte Stück Borkum nicht verzichten und ließ sich ein blau-weiß gestreiftes Strandzelt mit grünem Dach kurzerhand in das neue Zuhause hinterherschicken.

    Und nicht nur die kunterbunten Strandzelte sind eine Borkumer Erfindung, sondern auch die Milchbuden gelten in dieser Form als einzigartig. Bereits 1907 wurden die ersten ihrer Art am Badestrand errichtet, um die immer mehr werdenden Strandbesucher mit Getränken und Snacks zu versorgen. Waren dies anfangs noch kleine Bretterbuden, an denen hauptsächlich Milch aus Kannen und die u.a. aus Buttermilch, normaler Milch und Naturjoghurt hergestellte traditionelle Borkumer Speise „Dicke Milch“ angeboten wurden, wurden die Milchbuden mit der Zeit immer moderner. Heutzutage sind sie in Gastronomiecontainern beheimatetet und bieten eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Getränken und Speisen. Milchbuden gehören somit zu Borkum wie Sand zum Meer – und es gibt kaum einen Gast oder Insulaner, der hier noch nicht „eingekehrt“ ist, um einen gemütlichen Kaffee zu genießen, den Mittagshunger zu stillen oder ein (bis zwei) Sundowner-Bierchen zu trinken. 

    Und auch, wenn derzeit diskutiert wird, das Konzept der Milchbuden zu überarbeiten, werden diese immer ein Stück original Borkumer Geschichte bleiben.

    Einzigartige Geschichte
    Last but not least ist natürlich auch die Borkumer Geschichte einzigartig und sehr interessant. Ob die Entstehung der Insel, die ersten Insulaner, die Walfangepoche, der aufkommende Tourismus, der Status als Seefestung oder die Entwicklung zu einer der beliebtesten Urlaubsinseln in Deutschland – der schönste Sandhaufen der Welt blickt auf eine über 2000-jährige Historie zurück, die spannender kaum sein kann. 

    Hier ein kleiner Tipp: Besorgen Sie sich die jüngst im Burkana-Verlag erschienene Chronik „Die große Biografie der Insel Borkum“, in der die gesamte Geschichte detailliert aufbereitet erzählt wird! Ein Muss sollte zudem auch ein Besuch des Heimatmuseums „Dykhus“ sein, in dem der Borkumer Heimatverein viele Exponate zusammengetragen hat, die rund 300 Jahre maritime Inselhistorie widerspiegeln. Das Buch ist online erhältlich unter www.burkana-verlag.de oder im Buchhandel wie z.B. bei Viehring am Borkumer Bahnhof. ISBN: 978-3-9816347-6-1, Preis:  49,80 Euro – 636 Seiten im DIN A4-Format.

    Immer eine Reise wert! 
    Wie Sie also sehen, liebe Leserinnen und Leser, ist Borkum – ganz gleich ob nun subjektiv oder objektiv betrachtet – eine wirklich einmalige Insel, die durch zahlreiche Superlative besticht und dadurch immer eine Reise wert ist! 

    Und gerade diejenigen, die  während der Corona-Lockdowns längere Zeit nicht nach Borkum reisen durften, haben in diesen Monaten garantiert noch einen anderen Superlativ empfunden: nämlich die  größtmögliche Sehnsucht nach dem schönsten Sandhaufen der Welt. 



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