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  • Seit 2004 ist die norddeutsche Begrüßung sogar im Duden vertreten.

    MOIN!

    Eine sympathische Universalbegrüßung mit vier Buchstaben

    Für Norddeutsche, Ostfriesen und Insulaner ist es nichts Neues – jedoch wird sich der eine oder andere Gast sicherlich schon einmal gefragt haben, weshalb man hier von morgens bis abends mit „Moin“ begrüßt wird. Die burkana.de-Redaktion hat sich einmal näher mit dem Ursprung und der Bedeutung des norddeutschen Universalgrußes befasst.

    Sprachforscher sind sich uneinig

    Wie so oft, wenn es um die Rekonstruktion der norddeutschen Geschichte geht, stoßen wir bei unseren Recherchen auf zahlreiche sich widersprechende Theorien und auf komplexe Erklärungen, die alles andere als Klarheit über die Herkunft und Verwendung von „Moin“ schaffen. So streiten sich Sprachforscher vor allem darum, wovon das Wort überhaupt abgeleitet ist und berufen sich hierbei auf ebenso skurrile wie auch einleuchtende Theorien.

    „n mojen Dag wünsch ik di“

    Die meisten Linguisten vermuten, dass der norddeutsche Gruß dem Plattdeutschen entspringt und sich vom friesischen Adjektiv „moi“ ableitet, das so viel bedeutet wie schön oder gut. Demzufolge wünschten sich die Friesen anfangs einen „Mojen Dag“ (Schönen Tag), „verschluckten“ den „Dag“ aber im Laufe der Zeit, sodass letztendlich das geläufige „Moin“ übrig blieb, das zu jeder Zeit angewendet werden kann. Die Experten sind sich daher ganz sicher: Die Begrüßung „Moin“ hat soviel mit „Morgen“ zu tun wie die Ostfriesischen Inseln mit den Alpen.

    Moin Moin in Berlin

    Angeblich tauchte die verkürzte Grußformel „Moin“ im Norden jedoch erstmals offiziell im „Ostfriesischen Hauskalender“ von 1924 auf – was den Kritikern der oben stehenden Theorie in die Karten spielt. Diese behaupten nämlich, dass das Wort „Moin“ sehr wohl von „Morgen“ abgeleitet wird und belegen ihre Annahme mit einem Artikel aus dem „Berliner Conversations-Blatt für Poesie, Literatur und Kritik“. Der Artikel erschien bereits 1828 – also fast 100 Jahre vor der Veröffentlichung des besagten Ostfriesischen Hauskalenders – und erwähnte die Begrüßung „Moin“ mehrmals im Zusammenhang mit „Morgen“. Hieraus schließen einige Forscher, dass der norddeutsche Universalgruß bereits Jahrzehnte vorher im Berliner Raum verwendet wurde, sich hier jedoch anders ableitet, als im Friesischen.

    Wer auch immer recht haben sollte, die unterschiedlichen Theorien weisen darauf hin, dass der Gruß „Moin“ unterschiedlich entstand, sich jedoch besonders im norddeutschen Raum im Laufe des 20. Jahrhunderts zur gängigen und ganztägigen Begrüßungsformel entwickelte. War sie anfangs nur beim „einfachen Volk“ mit plattdeutscher Umgangssprache üblich, wird sie heute in allen Gesellschaftsschichten verwendet. Und nicht nur das: Immer mehr Deutsche nahmen das sympathische Wort in ihren Wortschatz auf, sodass sich dieses bereits seit 2004 sogar im Duden findet. Entscheidend für die Aufnahme sei gewesen, dass der Begriff „Moin“ mittlerweile deutschlandweit verbreitet sei, begründete der Dudenverlag die Aufnahme in das deutsche Universalwörterbuch.