BurkanaEin Stück Borkum...



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    Kann Borkum bald zu 100 Prozent auf Windkraft setzen?

    Borkum auf dem Weg zur emissionsfreien Insel?

    Stromüberschüsse sinnvoll nutzen

    Im Zentrum der Energieversorgung der Zukunft liegend hat sich Borkum in den vergangenen Jahren zur echten Kompetenzinsel für regenerative Energie entwickelt. So werden hier nicht nur große Energiemengen aus Wind und Sonne gewonnen, sondern durch das bahnbrechende von der Europäischen Union geförderte Projekt „NETfficient“ auch innovative Möglichkeiten erprobt, wie Erneuerbare intelligent gespeichert und verteilt werden können.

    Doch damit nicht genug: Bereits 2016 brachte die CDU im Niedersächsischen Landtag einen Antrag ein, der darauf abzielt, die Ostfriesischen Inseln zu einem Testgebiet für die Umwandlung von Stromüberschüssen in Wärme und Mobilität zu erklären – und diese ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. „Einige windstarke Regionen entlang der niedersächsischen Nordseeküste erzeugen so viel Energie, dass ihr theoretischer Selbstversorgungsgrad bei über 100 Prozent liegt – der Stromüberschuss muss zum Teil kostenpflichtig abtransportiert werden. Wir wollen, dass die Energie stattdessen sinnvoll genutzt wird“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Martin Bäumer. Konkret gehe es darum, die Stromversorgung etwa auf Borkum – wo es ein Überangebot an Windenergie gibt – komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Demnach sollen Gebäude künftig über elektrisch erzeugte Wärme (z.B. durch moderne Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen) versorgt und Autos vollständig auf Elektrobetrieb umgestellt werden.

    Nicht nur der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt das geplante Modellprojekt. Breite Unterstützung erhielt das Vorhaben zudem auf einer ersten Anhörung im zuständigen Umweltausschuss, an dem neben der EWE AG, Unternehmerverbänden und dem Landrat von Friesland auch Borkums Bürgermeister Georg Lübben, der Geschäftsführer der Borkumer Wirtschaftsbetriebe, Göran Sell, sowie Stadtwerkedirektor Axel Held teilnahmen. Im nächsten Schritt wolle man im Frühjahr auf die Ostfriesischen Inseln reisen, um vor Ort weitere Details für eine Realisierung des Projektes zu besprechen, kündigt Bäumer an.